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„Modernes Webdesign“ von Manuela Hoffmann

Manuela Hoffmann ist eine der komplettesten WebdesignerInnen, die ich kenne. Nur wenige kommen an ihre Fähigkeiten Gestaltung und Technik zu verbinden heran. Entsprechend hoch sind dann auch die Erwartungen, wenn sie ein neues Buch veröffentlicht: „Modernes Webdesign“ ist der Titel genau das steckt auch drin. Das Buch beginnt mit dem ersten Abschnitt „Design“ in dem Manuela nur nebenher auf dieses HTML- und CSS-Zeug eingeht. Sie geht sogar einen Schritt weiter und definiert, was modernes Webdesign ausmacht. Das ist die Leistung des ersten Abschnitts. Er legt die Grundlagen für die moderne Webseitengestaltung. > „Webdesign ist eine inhaltszentrierte Tätigkeit. Am Anfang des Designprozesses steht immer der Inhalt und nicht etwa das Farbschema oder die Idee ein dreispaltiges Layout zu verwenden.“ „Modernes Webdesign“, Seite 18

Manuela zeigt die Vorteile von Semantik und Validierung aber ebenso im „Design“-Abschnitt auf, wie Barrierearmut und Usability. Erst dann widmet sie sich Gestaltung und Layout, klärt die typischen Designfragen: Was ist ein goldener Schnitt, wie funktionieren Symmetrie und Asymmetrie? Schließlich geht sie auf Gestaltungsraster und „klassische Spaltenlayouts“ ein und stellt das Boxmodell vor, bevor sie dann die Positionierung von Elementen via CSS zeigt. Nach Typografie und Farbenkunde gibt es dann noch einen Ausflug ins Lizenzrecht, wo unter anderem Creative-Commons-Lizenzen vorgestellt werden und gezeigt wird, welche Dateitypen man für Video und Audio verwenden kann und wie man sie in ein HTML-Dokument einbindet. Die schiere Komplexität des Themas, das sich Manuela selbst auferlegt hat, spiegelt sich in diesem kurzen Ausriss bereits wieder. Manchmal wünscht man sich, dass das eine Thema doch noch ein bisschen detailreicher besprochen wird, doch es ist keine Zeit dafür, das Thema ist einfach zu Umfangreich. Schön, dass Manuela es trotzdem schafft, uns sehr oft über ihre Schulter schauen zu lassen. So geht es im 6. Kapitel um die Werkzeugkasten eines Webdesigners, inklusive Inspirationsquellen, Tools und Browsererweiterungen bis zum „Workflow für modernes Webdesign“. Für halbprofessionelle Webdesigner lohnen sich diese Abschnitte des Buchs ungemein. So viel zum Abschnitt „Design für Techniker“, wenden wir uns dem 2. Teil des Buches zu: „Die Technik“. Anhand von verschiedenen Elementen geht Michaela zuerst auf HTML und dann auf CSS ein. Diese Abschnitte sind auch Anfängern anzuraten, weil sie wichtige grundlegende Dinge beschreiben, die viele Fragen im vornherein klären. Für Auflage 2 wünsche ich mir in diesem Abschnitt eine klarere Trennung bei der Bezeichnung von Elementen und Tags. „Tags werden immer mit einem Start-Tag, einer sich öffnenden spitzen Klammer (<), begonnen und mit einem End-Tag, einer sich schließenden Klammer mit vorangestelltem Schrägstrich (/>), geschlossen.“ (S. 188) Dieser Satz ist nicht nur falsch, sondern auch verwirrend. Zum Glück befindet sich eine tolle Infografik über dem Text, die noch einmal klar stellt, was eigentlich gemeint ist. Manuela stellt am Ende des zweiten Teils noch Basisvorlagen zu Verfügung, die man verwenden kann um einen Ausgangspunkt für eigene Projekte zu haben. Teil 3 besteht aus der Umsetzung eines Beispielprojekts, u.a. in Wordpress. Ausgerechnet. Dieses Kapitel war für mich eine Qual. Nicht, weil es schlecht geschrieben wäre. Sondern, weil Wordpress an sich keinen Sinn macht. Natürlich musste es ein weitverbreitetes CMS sein und mit „Wordpress“ auf dem Titel lassen sich sicherlich noch ein paar Exemplare mehr verkaufen als mit einem anderen. Sehr interessant sind hingegen die Teile in denen es um den Entwurf in Photoshop geht. Schritt für Schritt wird die Herangehensweise der Autorin an ein Layout gezeigt. Letztenendes gibt es noch einen kurzen Ausblick auf CSS3 und Javascript. ## Fazit

Das Buch ist klasse. Es zeigt auf, dass Webdesign keine eindimensionale, technische Tätigkeit (mehr) ist. Es vermittelt einen Eindruck aus allen Bereichen des modernen Webdesigns. Es ist exzellent gestaltet, die Infografiken und Screenshots machen eine richtig gute Figur im durchgängig farbigem Buch. Ich würde es Anfängern nicht empfehlen, wohl aber Fortgeschrittenen. Es ist optimal für Menschen, die noch nach ihrer richtigen Strategie beim Bearbeiten von Webseiten für Kunden suchen. Es bietet sehr viele Anregungen und inspiriert auch mal eine andere Sichtweise einzunehmen. Vielen Dank Manuela für ein tolles Buch. Hinweis: Manuela Hoffmann und ich sind Mitglieder bei den Webkrauts. Ich erhielt ein kostenloses Rezensionsexemplar.

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